EthiQ-News: Elektronische Geräte auf dem Prüfstand

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Elektronische Geräte – vor allem Smartphones und Computer – prägen unseren Alltag und sind daraus nicht mehr wegzudenken. Ob bei der Arbeit oder für den privaten Gebrauch, wir sind auf unsere elektronischen Helfer angewiesen. Viele alltägliche Vorgänge wurden durch die neuen Technologien stark vereinfacht und tragen so in wesentlichem Masse zu mehr Effizienz bei. Milliarden elektronischer Geräte werden jährlich hergestellt, verkauft und entsorgt. Als grosse Gewinner gehen aus diesem schnelllebigen Zyklus die Hersteller der Geräte hervor, welche innert kürzester Zeit grossen Gewinn erzielen. Doch es gibt auch Schattenseiten in diesem Geschäft, welche oft zu wenig berücksichtigt und thematisiert werden. Denn die Herstellung der Geräte bedarf Ressourcen, welche nicht in unendlichen Mengen vorhanden sind.

Das Phänomen ist bekannt. Jedes Jahr kommen schnellere, funktionstüchtigere, innovativere und vor allem einfach neuere elektronische Geräte auf den Markt. Gerade bei den Smartphones reihen sich die eingefleischten Fans teilweise schon Tage zuvor vor den Geschäften ein, um als Erste zugreifen zu können. Das alte Gerät wird weiterverkauft oder entsorgt. Die Wegwerfgesellschaft, wie wir sie heute kennen, ist nicht neu, auch wenn dies auf Manchen den Anschein haben mag. Sie nimmt ihren Ursprung in den Jahren um 1920, bei Alfred P. Sloan, dem Erfinder der geplanten Obsoleszenz. Damit wird eine vom Hersteller nicht publizierte, aber geplante Verringerung der Lebensdauer von Produkten bezeichnet. Gerade bei Smartphones zeigt sich die geplante Obsoleszenz sehr deutlich. Nach wenigen Jahren beginnt sich etwa die Akkulaufzeit zu verringern, es treten Störungen und Verlangsamungen im System auf oder die neuen Applikationen sind mit den älteren Versionen der Geräte schlicht nicht mehr kompatibel. Die geplante Obsoleszenz ist derart allgegenwärtig, dass wir sie mittlerweile als selbstverständlich erachten. Doch in ihr liegt ein unterschätztes Problem.

Greenpeace hat im Oktober seinen Bericht „guide to greener electronics“[1] veröffentlicht. Darin werden 17 bekannte Hersteller elektronischer Geräte bzw. deren Geräte auf ihre Umweltverträglichkeit überprüft. Nicht in jedem Fall stimmen die Resultate mit dem Bild überein, welches die herstellenden Unternehmen von sich selbst propagieren.

 

 

Fazit EthiQ

 

Wir von EthiQ haben den Bericht von Greenpeace zum Anlass genommen, uns unsere eigenen Gedanken zu machen zum Geschäft mit den elektronischen Geräten und seinen Schattenseiten.

Dass wir ein weltweites Problem mit der Abfallbeseitigung haben ist ebenso unbestritten wie die Tatsache, dass die natürlichen Ressourcen unserer Erde sich irgendwann dem Ende zuneigen werden. Dennoch leben wir in einer Gesellschaft, die auf Schnelllebigkeit ausgerichtet ist. Wandel ist also mehr als angezeigt und doch scheint nichts zu geschehen. Als Konsumenten stehen wir in einem Abhängigkeitsverhältnis. Wir sind im Alltag und im Beruf auf unsere elektronischen Helfer angewiesen. Es ist auch nur so zu erklären, dass die Konsumenten bislang nicht mehr Druck auf die Hersteller der Geräte ausgeübt haben. Doch das ist eine Frage der Zeit – das muss es auch sein. In den vergangenen Jahren liessen sich im Konsumverhalten viele Veränderungen verzeichnen. Veränderungen hin zu mehr Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Ethik. Die Konsumenten tolerieren fehlende Transparenz nicht mehr, sie sind aufgeklärt über Produktionsvorgänge und deren Auswirkungen. Die Modeindustrie ist dazu ein deutliches Beispiel. Der Konsument hat seine Forderungen nach nachhaltigeren Kleidern und Transparenz in der Wertschöpfungskette durchgesetzt und setzt sich weiter durch.

Dasselbe muss auch in Bezug auf die elektronischen Geräte geschehen. Derzeit lässt sich der Konsument von den Herstellern dirigieren. Der Hersteller entscheidet, welche Lebensdauer ein Gerät hat. Er entscheidet, welche Rohstoffe für die Produktion verwendet werden und wie schädlich diese für die Umwelt sind. Er bestimmt so auch, in welchen Abständen wir gezwungen sind, ein neues Gerät anzuschaffen. Doch die Stimmen nach langlebigen, nachhaltigen und ethischen elektronischen Geräten und der Unmut über den geplanten raschen Zerfall der aktuellen Geräte werden immer lauter. Hersteller werden sich den Forderungen der Konsumenten beugen müssen, wenn sie auch in Zukunft bestehen wollen. Sie werden nicht Umhin kommen, Geräte anzubieten, welche in ihrer Lebensdauer, ihrer Umweltverträglichkeit, Ethik und Nachhaltigkeit sowie im Preis-/Leistungsverhältnis überzeugen. Die Konsumenten mögen zwar auf ihre Alltagshelfer angewiesen sein, doch letztlich sind es auch die Konsumenten, welche die Hersteller führen - nicht umgekehrt.

Bislang hat sich im Bereich der elektronischen Geräte zu wenig getan; die Konsumenten nahmen die Vorgehensweisen der Hersteller hin. Veränderungen werden aber auch hier erkennbar sein in Zukunft. Die Frage ist diesbezüglich nicht ob, sondern wann. Dies ist also nicht nur eine Forderung an die Hersteller, sich endlich zu mehr Nachhaltigkeit zu bekennen und der geplanten Obsoleszenz ein Ende zu bereiten. Es ist mindestens genau so sehr auch ein Appell an die Konsumentinnen und Konsumenten. Ein Appell, unsere Verantwortung wahrzunehmen und in unseren Forderungen an die Hersteller so lange beständig zu sein, bis ihnen entsprochen wird.

 

[1] Online abrufbar unter: https://www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/publications/20171016-greenpeace-guide-greener-electronics-englisch.pdf

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