EthiQ-News: Vaterschaftsurlaub auf dem Vormarsch

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Vor wenigen Wochen hat der Bundesrat die Volksinitiative für 20 Tage Vaterschaftsurlaub abgelehnt. Einen Gegenvorschlag will die Regierung ebenfalls nicht präsentieren. Der Grund: Es käme die Wirtschaft zu teuer zu stehen. Für viele Arbeitnehmer, welche Vater werden, bleibt es damit bei ein oder zwei freien Tagen.

Bei vielen Unternehmen aber ist die Verlängerung des Vaterschaftsurlaubs nichtsdestotrotz ein Thema. Personalexperten gehen davon aus, dass es bald zum Standard gehören dürfte, dass Unternehmen über ein entsprechendes Angebot verfügen. Denn gerade jüngere Arbeitnehmer schauen nicht mehr nur auf den Lohn, sondern auf die Attraktivität des Gesamtpakets, wenn sie sich für eine Arbeitsstelle entscheiden. Zu den entscheidenden Kriterien gehört nicht selten auch der Vaterschaftsurlaub, welchen der Arbeitgeber gewährt.

Will ein Unternehmen auf dem Arbeitsmarkt konkurrenzfähig sein und die besten Talente unter den Arbeitnehmern für sich gewinnen können, muss es sich also zunehmend über mehr als nur das Gehalt Gedanken machen. Jüngere Mitarbeiter wollen Flexibilität, besonders dann, wenn sich die Lebensumstände verändern.

 

Fazit EthiQ:

Dass sich die Politik zum Thema Vaterschaftsurlaub zurückhaltend zeigt, scheint auf den ersten Blick negativ zu sein. Wir von EthiQ begrüssen es jedoch, wenn nicht der gesamte Spielraum der Wirtschaft bzw. der Unternehmen durch gesetzliche Bestimmungen reguliert wird. Ein gesunder Markt – auch der Arbeitsmarkt – basiert auf dem Prinzip von Angebot und Nachfrage und bedarf einer Beweglichkeit, die es erlaubt, auf Veränderungen reagieren zu können. Dass Unternehmen nun vermehrt auf freiwilliger Basis beginnen, längere Vaterschaftsurlaube zu gewähren oder die Möglichkeit einer Pensenreduktion während einer bestimmten Zeitspanne anbieten, zeigt, dass Bedürfnisse der Arbeitnehmer von der Wirtschaft durchaus erkannt und umgesetzt werden – auch ohne gesetzlichen Zwang.

Derzeit und wohl auch in näherer Zukunft werden dennoch nicht alle Arbeitnehmer von diesen verlängerten Vaterschaftsurlauben profitieren können. Solche Angebote dienen Unternehmen primär dazu, sich als Arbeitgeber zu profilieren und an Attraktivität zu gewinnen, um besonders qualifizierte Arbeitnehmer für sich gewinnen zu können. Es ist deshalb anzunehmen, dass sich die Veränderung des Vaterschaftsurlaubs insbesondere in Bereichen auswirken wird, in welchen die einzelnen Arbeitnehmer nicht besonders austauschbar sind.

Doch die Gewährung von längerem Vaterschaftsurlaub oder generell der Wahrnehmung sozialer Verantwortung durch den Arbeitgeber, hat für Unternehmen auch Vorteile. Diese bestehen insbesondere in einer stärkeren Bindung der Mitarbeitenden an ihre Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber. Es ist längst erwiesen, dass motivierte Mitarbeitende, welche sich mit ihrem Arbeitgeber identifizieren können, erheblich produktiver und von grossem Wert sind für ein Unternehmen. Wie diese Motivation und die Bindung zum Unternehmen erreicht werden kann, ist von Einzelfall zu Einzelfall verschieden.

Zusammenfassend ist EthiQ der Auffassung, dass der Staat lediglich die Rahmenbedingungen schaffen soll, welche den Unternehmen ihr Funktionieren ermöglichen. Mitarbeiterbindung ist indes Sache der Unternehmen und sollte dies auch bleiben.

EthiQ hat sich u.a. darauf spezialisiert, Unternehmen im Bereich des Arbeitgebermarketings zu unterstützen. Wir erarbeiten mit Ihnen gemeinsam konkrete Strategien, mit welchen Sie ihr Profil als Arbeitgeberin oder Arbeitgeber weiter verbessern können und zeigen Ihnen auf, wie Sie dieses vermarkten können. 

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